Der Waldmops in Brandenburg an der Havel - die erste Arbeitssitzung // Fortschritte bei der Realisierung

Dem gefährdeten Waldmops wird, wie berichtet, im Brandenburger Humboldthain ein Denkmal gesetzt – und damit seinem Schöpfer Loriot. Eine aus mindestens acht bronzenen Waldmöpsen bestehende Kunst-Installation wird ab 2015 an den 2011 verstorbenen Ehrenbürger Vicco von Bülow erinnern. Loriot stellte in einem Sketch mit großem Ernst die These auf, dass der Mops einst ein Elch gewesen war und sich nur auf Grund abscheulicher menschlicher Kreuzungsbemühungen zu einem „ringelschwänzigen Schoßtier“ entwickelt habe.

Im Humboldthain am Salzhofufer sollen nach der Vorstellung von der Wettbewerbsgewinnerin Clara Walter die acht mit Geweihen versehenen Bronze-Waldmöpse aufgestellt werden. Jedes der etwa 50 Zentimeter großen Tiere wird demnach mit Fundamenten diebstahlsicher im Boden verankert. Dieser Tage trafen sich im Brandenburger Rathaus Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), Clara Walter sowie Vertreter des Kulturvereins Brandenburg, der den Wettbewerb organisiert hatte und das Denkmal bezahlt.

Wettbewerbssiegerin Clara Walter
Der wilde Waldmops entwickelt sich prächtig: Clara Walter mit einem Prototyp bei F.-W. Steinmeier // Photo © Thomas Köhler (Photothek)

10. Oktober 2014: Spiegel-Online berichtet über Clara Walter und den wilden Waldmops »»»

Impressionen

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Das possierliche Rudel solle von einer kleinen Brücke, dem „Waldmops-Informationszentrum“, aus zu sehen sein. Dort wird eine Tafel „alles erklären, was Loriot zum Thema Waldmops hinterlassen“ habe. Teil der Installation ist auch ein klassizistischer Sockel aus Sichtbeton, auf dem statt einer Statue Loriots nur seine Fußabdrücke abgebildet sein werden. Die Schöpferin des Denkmals, die schon als Kind vor dem Fernseher Loriot lieben gelernt hat, hat sich so ihre Gedanken zum Künstler gemacht.

„Bei Loriot gibt es immer drei Aspekte: die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Menschen, die Probleme zwischen Mann und Frau und als drittes, dass man gleich aus der Bahn geworfen wird, wenn sich das Weltbild ein kleines bisschen dreht“, sagt Walter der Agentur AFP. Sie habe von Berlin aus verfolgt, dass in Brandenburg wieder Wölfe angesiedelt würden und das habe sie auf ihre Idee gebracht. „Ich dachte, ich muss einen Platz finden, wo man die Waldmöpse wieder auswildern kann.“ Die Tatsache, dass die Möpse aus Bronze seien, unterstreiche, dass es sich um ein ernsthaftes Denkmal handele.

Loriot
Vicco von Bülow alias Loriot

Auch der leere Sockel, der an der Johanniskirche seinen Platz finden wird, habe eine Bewandtnis. „Mir war wichtig, dass der Besucher nicht nur das Denkmal sieht und es dann registriert und vergisst“, sagt die 23-Jährige. Er solle auch darüber nachdenken, wo Loriot „hin ist“. Nun gilt es einzelne Möpse so zu platzieren, dass der ortsfremde Besucher auch vom Denkmal am Kirchplatz um die Ecke zum Humboldthain gelangt und den Zusammenhang zwischen leerem Sockel und dem Mopsrudel erkennt.

Nach ihrem Studienabschluss vor einer Woche in Detmold wird die Innenarchitektin nun mit dem Waldmops-Projekt ins Berufsleben starten. Der Verein stellt ihr für die Umsetzung 50 000 Euro zur Verfügung. Im April nächsten Jahres, zum Beginn der Bundesgartenschau in der Havelregion, sollen das „Informationszentrum“ eingeweiht und Loriots Waldmöpse der Öffentlichkeit übergeben werden.

Schon jetzt ist klar: Bei den ursprünglich acht Waldmöpsen die mit Herstellung und Aufstellung etwa 3500 Euro pro Stück kosten, wird es nicht bleiben. Einen weiteren Mops hat Dietlind Tiemann bereits gespendet. Und der Mötzwoer Domstiftspächter Heino Thiermann wird ebenso „einem Waldmops das Leben schenken“ wie der Berliner Architekt und Brandenburger Theaterplaner Manfred Semmer.

In Dietlind Tiemanns Büro steht bereits das Modell des Siegerentwurfs. Und wie sie sagt, hat sie „bisher kein negatives Wort“ zu dem Entwurf gehört. Kritisch zu Wort gemeldet hat sich in der Folge des Wettbewerbs nur der die Tierschutzverein Peta (MAZ berichtete). Möpse gelten für die Tierschützer als Inbegriff der Qualzucht. Die aus ästhetischen Gründen angezüchteten Deformierungen des Gesichtsschädels würden den Tieren gesundheitliche Probleme bereiten und sie daran daran hindern, ein beschwerdefreies Hundeleben zu führen.

In Abwandlung des Loriot-Zitats „Ein Leben ohne Mobs ist möglich aber sinnlos“, fordert Peta eine Tafel mit der Aufschrift: „Ein Leben als Mops ist möglich, aber freudlos.“ Die Waldmöpse aber werden den Brandenburgern Freude machen. Davon ist man im Kulturverein überzeugt, wie Vereins-Vize Friedrich Perker sagt. Ende Juli treffen sich Organisatoren und Künstler bereits wieder. Dann wird Clara Walter bereits ein Modell eines gehörnten Mopses vorstellen.

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