Günter Grass in Mötzow 

Archiv der Veranstaltungen

  • 03.
  • September 2010
  • 19.30 Uhr
2010-09-03-guenter-lamprecht

Günter Lamprecht las aus seiner Biographie

Auf Einladung von Frank-Walter Steinmeier, Mitbegründer und Vorsitzender des neugegründeten „Kulturverein Brandenburg an der Havel e.V.“, kam der große deutsche Schauspieler Günter Lamprecht nach Brandenburg in die Domaula.


Günter Lamprecht, Jahrgang 1930, gebürtiger Berliner, Sohn einer Portiersfrau und eines Taxifahrers, las aus seinen Kindheitserinnerungen  „Und wehmütig bin ich immer noch". In den ersten fünfzehn Jahren seines Lebens hat er das Drama Berlins, das Elend und die Not des zweiten Weltkriegs und die Bombennächte täglich am eigenen Leib erlebt. Er hatte ständig Angst um seine Mutter, weil der Vater sie verprügelte. Das Publikum durfte auch seiner Verbundenheit mit der Havelland teilhaben. Als Junge war er bei seinem Opa in Börnicke zu Besuch. „Eine herrliche Zeit! Da fuhr noch der Dampfzug nach Kremmen. In den Nachkriegsjahren haben wir uns zentnerweise mit Gemüse und Kartoffeln aus der Mark versorgt, um zu überleben“ sagte er.

Als sich Berlin langsam aus den Trümmern erholt ist "Jünta" Orthopädiemechaniker geworden. Damit hat er so kurz nach dem Krieg ein schönes Auskommen.

Aber da schlummert noch etwas in ihm, der Wunsch und die Fähigkeit zum Schauspielberuf. Diesen Teil seines Lebens beschreibt er in seinem zweiten Buch „Ein höllisches Ding, das Leben.“

Lamprecht versteht es großartig Stimmungen zu vermitteln und berührt damit das Publikum. Er ist ein wunderbarer Erzähler voller Wehmut und mit viel Humor.

Die Autobiographie spiegelt nicht nur eindrücklich die Nachkriegsgeschichte aus der Sicht des Theater- und Filmlebens wieder, sondern ist auch Zeugnis eines Menschen, der auf sehr bemerkenswerte Weise mit den Herausforderungen seines Berufs und seines Privatlebens umgegangen ist. Die Wahrung der Menschlichkeit war und ist für Günter Lamprecht das Maß aller Dinge und er belegt dies mit seiner Lebensgeschichte auf eindrucksvolle Weise.

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