Günter Grass in Mötzow 

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  • 21.
  • Januar 2011
  • 19.30 Uhr
2011-01-22-joachim-gauck

Gauck erinnert uns

Der Kulturverein Brandenburg an der Havel lud zu einer Lesung nach Mötzow. Nachdem im Dezember 2010 der Literaturnobelpreisträger Günter Grass aus seinem aktuellen Werk „Grimms Wörter – Eine Liebeserklärung“ las, war diesmal der Publizist und Theologe Joachim Gauck im Märkischen zu Gast.


Bei einer einleitenden Podiumsdiskussion stellte der Moderator des Abends, der Redaktionsleiter der Märkischen Allgemeinen Zeitung der Stadt Brandenburg Benno Rougk, die etwas gewagte Frage an Joachim Gauck „Was wäre in der Politik heute anders, wenn Joachim Gauck Bundespräsident wäre?“ Die 400 Gäste waren gespannt auf die Antwort.

Der Ex-Pfarrer, Bürgerrechtler und erster Bundesbeauftragter der Stasi-Unterlagen gewohnt direkt: „Darauf kann ein anständiger Mensch nicht antworten. Aber eines kann ich ihnen sagen: Ich wäre bestimmt heute Abend nicht hier.“ Dr. Frank-Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Kulturvereins, und Joachim Gauck berichteten im Verlauf der Podiumsdiskussion über die Hintergründe der Kandidatur zur Bundespräsidentschaft. Erst in der dritten Wahlrunde war der gemeinsame Kandidat der SPD und der Grünen gescheitert.

Dr. Frank-Walter Steinmeier: „Joachim Gauck hat sein politisches Leben der Verteidigung der Freiheit und Demokratie gewidmet. Ich bin mir sicher, er wäre ein guter Bundespräsident für Deutschland gewesen.“

Es wurde viel gelacht an diesem Freitagabend. Nach der kleinen Podiumsdiskussion begann Joachim Gauck mit der Lesung aus seinem Buch „Winter im Sommer – Frühling im Herbst. Erinnerungen“. Der Autor erzählt in diesem Buch seine Geschichte. Schwere Schicksalsschläge, wie die Verurteilung seines Vaters zur 25-jährigen Zwangsarbeit in Sibirien oder die Ausreise seiner zwei Söhne, aber auch fröhliche Erinnerungen aus seiner Kindheit bewegten das Publikum. Schließlich hatten die Zuhörer viele Anekdoten selbst erlebt. Und so war es nicht verwunderlich, dass am Ende der Lesung viele etwas feuchtere Augen hatten als üblich.

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