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2011-03-30-martina-gedeck
  • 29.
  • März 2011
  • 19.30 Uhr

Martina Gedeck im Audimax der FH Brandenburg

Großes Kino in Brandenburg an der Havel: Der Kulturverein Brandenburg hatte eingeladen  und die Schauspielerin Martina Gedeck war gekommen, um zusammen mit rund 200 Gästen den oscarprämierten Film "Das Leben der Anderen" im Audimax der Fachhochschule zu schauen.


Ebenfalls mit dabei war David Gill, früher Koordinator und Sprecher des Bürgerkomitees zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Anschließend diskutierten sie gemeinsam mit dem Vereinsvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Frank-Walter Steinmeier.

Anlass für eine spannende Diskussion bot der Film genug, in dem Martina Gedeck die weibliche Hauptrolle spielte und so sprachen sie über die Bedeutung und Nachwirkungen der Stasi. Der Film zeigt die Arbeit eines fiktiven Stasi-Hauptmanns, der ein Künstler-Ehepaar überwachen soll, sicher aber mehr und mehr von seinem Spitzelauftrag entfernt.

"Das Leben des Anderen trägt dazu bei, dass die Welt mit anderen Augen auf Deutschland schaut", sagte Martina Gedeck. Internationale Anerkennung habe der behutsame Umgang mit dem Thema erfahren.

Viele Zuschauer vor allem in Osteuropa hätten sich überdies darüber gewundert, dass die Stasi-Opfer Einsicht in ihre Akten nehmen dürfen.

David, heute Stellvertreter des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, warnte in der Diskussion davor, aus dem Filmgeschehen zu schließen, dass alle inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi zuvor erpresst wurden. "Der Film erzählt viel über den Zynismus in der damaligen DDR", sagte der Stasi-Experte. Er erzähle die Geschichte der Unterdrückung, er verdeutliche "das ganze System, das Menschen verbogen hat" und dem der Einzelne "ausgeliefert" war. "Menschen, die früher Biografien verbogen haben, sollten nicht wieder über Biografien entscheiden und verantwortliche Posten bekleiden."

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