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  • 30.
  • Oktober 2015
  • Kino Concerthaus
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Hollywood-Atmosphäre in Brandenburg

Es war ein wenig so wie bei diesen großen Filmfesten. Einen Hauch davon verspürten die Besucher des Concerthaus-Kinos in der Steinstraße. Ja, das war tatsächlich Natalia Wörner, die sich da mit Ufa-Fiction-Chef Wolf Bauer und ARD-Programmdirektor Volker Herres ablichten ließ.


Natalia Wörner und Frank-Walter Steinmeier präsentierten "Die Diplomatin"

Von Joachim Wilisch

Zur Vorpremiere des Fernsehfilms "Die Diplomatin" war die Schauspielerin  nach Brandenburg an der Havel gekommen. Und weil es sich gut macht, war auch ein echter Diplomat dabei: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Der kam allerdings erst dazu, als der Film bereits lief. In Wien hatte er sich mit anderen Amtskollegen getroffen, um in der Syrienkrise einen Schritt nach vorne zu kommen. Und trotzdem war die Vorpremiere dem Bundesaußenminister eine wichtige Angelegenheit. Eingeladen hatte nämlich der Kulturverein Brandenburg, dessen Vorsitzender Steinmeier ist.

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Kinokultur erlebten die Brandenburger also und bekamen einen spannenden Film serviert. Einen Film, der sich auch dadurch auszeichnet, wie Steinmeier später sagte, weil er nicht die schöne bunte Glamourwelt der Diplomatie zeige, sondern doch schon sehr realitätsnah sei. Das muss aber auch schockieren. Denn es geht in dem Fall, in dem sich eine Diplomatin um die Freilassung zweier deutscher Geiseln auf den Philippinen bemüht, um Waffenlieferungen und um Erpressung. Die Story: Karla Lorenz war bereits auf dem besten Weg, Botschafterin zu werden. Doch bei einer Mission im arabischen Raum hilft sie einer Frau und widersetzt sich diplomatischen Gepflogenheiten. Nun ist sie zur besonderen Verfügung zurück in Berlin und soll zwei entführte Deutsche auf den Philippinen finden. Dabei begegnet Karla ihrer eigenen Vergangenheit – einer Affäre, die nun Verteidigungsminister ist – und einem jungen ehrgeizigen und mutigen Botschaftsmitarbeiter. Mit ihm findet Lorenz heraus, dass hinter dem Entführungsfall viel mehr steckt. Es geht um Waffen und Kriegsschiffe.

Um sich in die Rolle der Karla Lorenz richtig einzuleben, hat Natalia Wörner Bundesaußenminister Steinmeier auf einer Dienstreise nach Asien begleitet. „Das war schon sehr wichtig“, sagte sie später. Zumal sie die Karla Lorenz noch öfter spielen soll. Der nächste Film der Reihe wird ab dem 11. November produziert. Karla Lorenz versucht also möglichst aufrecht durch die Wirren der Außenpolitik zu gelangen und sagt im Film einen Satz, den sie sich aus einer Rede des echten Außenministers genommen hat: „Manchmal muss man in dem Amt Widersprüche ertragen.“ Muss man. Es gibt in der Politik nicht nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse, sondern jede Menge Grauzonen. „Und da muss man eben manchmal schnell entscheiden, ob man sich jetzt für eine praktische Lösung entscheidet, um ein Problem abzuarbeiten oder ob man bei großen Vorsätzen bleibt“, sagte Steinmeier.

Der Außenminister schlüpfte übrigens in eine ungewohnte Rolle. Er interviewte die Schauspielerin. Die erzählte auch bereitwillig über ihr persönliches Engagement in Thailand, nachdem sie im Jahr 2004 den Tsunami dort erleben musste. Gerne spricht sie über die Katastrophe nicht. „Aber das Engagement ist ein Weg, Dinge zu verarbeiten.“ Nun liegt es an den Besuchern der Vorpremiere, Werbung für den Film zu betreiben. Sie hatten ein großes Privileg. Es macht einen Unterschied, ob man sich einen Film für das Fernsehen auf großer Kinoleinwand ansieht oder eben in einem Fernseher.

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Und Natalia Wörner? Sie dreht wieder in der Rolle der Diplomatin und wird vorher in anderen Rollen zu sehen sein. Zum Beispiel in der Reihe "Unter anderen Umständen".

Alle Rechte vorbehalten. © Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam (01.11.2015)

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